Malte auf Genusspfaden : Der Sterkrader Wochenmarkt

In meiner Heimatstadt Oberhausen, mitten im Herzen des Ruhrgebiets, bin ich leider nicht gerade mit tollen Einkaufsmöglichkeiten gesegnet. Es gibt hier zwar jede Menge Supermärkte und Discounter, aber kaum schöne Bauernmärkte oder Wochenmärkte. Lange Zeit hat mich das ziemlich genervt, bis ich den Tipp bekam im Stadtteil Sterkrade den Sterkrader Wochenmarkt anzuschauen, der jeden Mittwoch und Samstag aufgebaut wird.3g_blog_20151214_Maltes_Block_markt_sterkrade

Das habe ich mir natürlich nicht zweimal sagen lassen und habe mich direkt am nächsten Samstag auf den Weg gemacht und mein Herz hüpfte vor Freude, als ich all die schönen Stände mit den tollen Lebensmittel sah. Endlich Gemüse und Fleisch direkt vom Erzeuger und das in einer tollen Vielfalt und Frische. Wow, ich liebte es auf Anhieb und kaufe seitdem dort 2 mal die Woche ein. Vom Gemüse, über leckersten Käse bis zum Fleisch und Geflügel, hier gibt es so ziemlich alles was ich für meine tägliche Küche auf Malteskitchen.de benötigte.

Mittlerweile bin ich schon ein „bekanntes“ Gesicht und der Bummel über den Markt dauert immer länger, weil man als Kunde seine Verkäufer kennt (und umgekehrt) und nun neben dem Einkaufsvergnügen auch noch das ein oder andere Schwätzchen nicht zu kurz kommt. Besonders der Plausch mit meiner liebsten Käseverkäuferin hat es mir angetan. Sie ist so eine stolze Omi und ihre Tochter hat einen Jungen der in etwa im gleichen Alter ist, wie mein kleiner Pupser und wir erzählen uns zweimal wöchentlich die heißesten Babynews und amüsieren uns dabei köstlich. Wir haben uns natürlich gegenseitig auch schon Fotos gezeigt, begleitet von quietschenden „wie süüüüüüüüüüüüüüüß“ Lauten! Das ist ja klar und ein Muss!

Köstlich ist übrigens auch ihr Käse, den sie in reichlicher Auswahl anbietet. Ich muss immer ein Stück davon und dann noch eines hiervon mitnehmen und werde durch sie echt zum absoluten Käsefan. Meinen geliebten Büffelmozzarella kaufe ich nur noch bei ihr, weil der wesentlich besser schmeckt als die Standardsorten im Supermarkt und auch noch günstiger ist.

Seitdem ich wieder einen tollen Wochenmarkt besuchen kann, wird in meiner Küche auch endlich wieder saisonal gekocht. Wenn man normalerweise nur im Supermarkt einkauft und z.B. zu jederzeit alle Früchte (mit entsprechend gesalzenen Preisen) kaufen kann, vergisst man schnell mal den Bezug zur Jahreszeit. Auf dem Wochenmarkt passiert das nicht und da gibt es eben keine Erdbeeren im Dezember und entsprechend kauft man ein und kocht dann auch. Und das ist toll, schont den Geldbeutel enorm und sollte eigentlich immer so sein. Ich liebe es auf jeden Fall und will es nicht mehr missen.

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Oft lasse ich mich bei meinem Besuchen einfach treiben, schlendere von Stand zu Stand und gucke mir das aktuelle Angebot an. Wenn mich etwas besonders breit anlacht, wird zugeschlagen und ich entscheide spontan was gekocht wird. Heute konnte ich z.B. meinen Blick nicht von den frischen Enten lösen, die beim Geflügelstand ausgelegt waren. Es ist Dezember und damit höchste Zeit sich gedanklich auf das Weihnachtsmenü vorzubereiten. Zudem habe ich erst vorgestern ein schönes Entengericht in der Zeitschrift „lecker“ entdeckt, an das ich mich beim Anblick der Enten erinnere und das ich nun einfach als Inspiration verwenden werde.

Flugs war eine Ente eingepackt und sie waren wirklich superfrisch und dazu noch erstaunlich preisgünstig. Für eine 2 Kilo Ente musste ich am Ende 10 kleine Euronen bezahlen, was für diese Qualität absolut sensationell ist. Das ist das Tolle an guten Wochenmärkten, hier stimmt noch die Qualität und der Preis.

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Natürlich habe ich auch die weiteren Zutaten für meine knusprige Ente auf dem Markt eingekauft. Ich brauchte schöne kleine Äpfelchen, die ich später mit Marzipan und Nüssen füllen wollte. Ein paar Äpfel durften auch noch extra in den Korb, weil sie gerade Saison haben und so lecker schmecken. Bei den Nüssen habe ich mich für Walnüsse entschieden, die ich ebenfalls frisch auf dem Markt kaufen konnte. Und frisch geknackt, schmecken sie um Welten besser als aus der Tüte. Ein paar Möhrchen fehlten noch und wurden schnell eingepackt, Thymian ist ein Muss, hübsche Schnittblumen für die Frau wanderten auch noch ins Körbchen und dann ging es pfeifend nach Hause. Es gibt Ente!

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Sieht sie nicht toll aus? Damit steht dem leckeren Weihnachtsessen nichts mehr entgegen. Saftig im Innern, knusprige Haut, dazu die leckeren gefüllten Bratäpfeln und als Beilage kleine Sternchen aus Knödelteig. Dazu eine süßliche Soße, für die ich Aprikosenkonfitüre eingeköchelt habe. Das hat schon ordentlich Spaß gemacht, dieses Schätzchen zu verputzen. Ich mache dir jetzt mit einem weiteren Foto noch den Mund wässrig und dann folgen auch schon die Rezepte.

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Vielleicht schaust du ja auch mal auf deinem Wochenmarkt oder Bauernmarkt vorbei und erfreust dich an den tollen regionalen und saisonalen Produkten. Das lohnt sich auf jeden Fall und so macht Einkaufen auch wieder Spaß, weil man mit allen Sinnen kaufen und später genießen kann. Infos dazu gibt´s unter http://www.3glocken.de/genuss-pfade/.

Rezept Zutaten für 1 Ente ca. 2 kg

  • 1 küchenfertige Ente von ca. 2 kg
  • 2 kleine Zwiebeln
  • 2 kleine Äpfel
  • 4 Stiele Thymian
  • Salz, Pfeffer und Zucker
  • 3 EL Aprikosenkonfitüre
  • 2 EL Sherryessig
  • 400 ml Entenfond
  • 1 EL Speisestärke
  • 1/2 Bund kleine Möhrchen

Zubereitung • Knusprige Ente •

Für die Sauce der Ente die Aprikosenkonfitüre mit dem Essig und dem Entenfond in einen Topf geben und ca. 30 Minuten einköcheln lassen.

Den Ofen auf 170 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Für die Füllung der Ente die Zwiebeln und Äpfeln schälen, fein würfeln und in eine Schüssel geben. Die Thymianstiele grob zerschneiden und mit den Zwiebeln und Äpfeln mischen. Die Mischung salzen und pfeffern und beiseite stellen.

Die Ente innen und außen mit Salz und Pfeffer würzen und mit der Apfel-Zwiebel-Mischung füllen. Die Öffnung der Ente mit Holzspießchen zustecken und mit Küchengarn umwickeln, so dass die Öffnung komplett geschlossen ist. Die Keulen der Ente zusammenbinden, die Ente in einen Bräter setzen und in den Ofen schieben. Insgesamt wird die Ente ca. 2 1/2 Stunden garen.

Nach 1 Stunde Garzeit 300 ml Wasser in den Bräter gießen und die Ente von nun an alle 15 Minuten mit dem eingekochten Aprikosensirup bepinseln.

In der Zwischenzeit die Möhrchen putzen und ca. 35 Minuten vor Ende der Garzeit der Ente zusammen mit den Bratäpfeln zur Ente geben. Sollten die Möhren dicker und größer sein, auf jeden Fall halbieren, evtl. zusätzlich noch in kleiner Stücke zerteilen und mindestens 1 Stunde vor Ende der Garzeit zur Ente geben.

20 Minuten vor Ende der Garzeit die Ente, Äpfel und Möhren aus dem Bräter nehmen und den Bratenfond durch ein feines Sieb gießen. Die Ente, die Äpfel und Möhren wieder in den Bräter geben, in den Backofen schieben und zu Ende garen lassen. Den Bratenfond 15 Minuten kalt stellen und danach das entstandene Fett abschöpfen. Den Bratenfond mit dem restlichen Aprikosensirup aufkochen und mit der Stärke (die Stärke vorher in 3 EL Wasser auflösen) andicken. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Ente zusammen mit den Äpfeln, den Möhren und den Sternchen-Knödeln sowie der Sauce servieren.

Rezept Zutaten für 4 Portionen

  • 8 kleine Äpfel a ca. 100 g
  • 200 g Marzipanrohmasse
  • 30 g Amarettini
  • 30 g Walnusskerne
  • 1 Eiweiß
  • Blättchen von ca. 6 Zweigen Thymian

Zubereitung • Bratäpfel mit Marzipan •

 Die Amarettini in einen Frischhaltebeutel geben und mit dem Nudelholz zerkleinern oder in der Küchenmaschine zerkleinern. Die Walnüsse fein hacken und die Marzipanrohmasse auf der Reibe fein reiben. Das Marzipan mit dem Eiweiß und den Thymianblättchen vermischen, Walnüsse und Amarettini zufügen und alles gut verrühren.

Von den Äpfeln jeweils das Stielende als Deckel abschneiden, das Kerngehäuse mit einem Apfelausstecher entfernen und mit der Marzipanmasse füllen. Die Äpfel ca. 35 Minuten vor Ende der Garzeit der Ente in den Bräter geben und um die Ente verteilen.

Rezept Zutaten für 4 Portionen

  • 1 Packung fertigen Knödelteig aus dem Frischeregal
  • ausreichend Butter
  • etwas Mehl

Zubereitung • Sternchen-Knödel •

Auf der Arbeitsfläche Frischhaltefolie auslegen und etwas Mehl darüber stäuben. Den Knödelteig auf die Frischhaltefolie geben und mit einer Lage leicht mehlierter Frischhaltefolie abdecken und auf eine Dicke von ca. 2 cm ausrollen. Den Teig mit Sternförmchen ausstechen, wer mag sticht Sterne unterschiedlicher Größe aus.

Eine große, beschichtete Pfanne aufsetzen und auf mittlerer Hitze heiß werden lassen. So viel Butter hineingeben, dass der Boden der Pfanne komplett mit Butter bedeckt ist. Die Knödelsterne von jeder Seite ca. 2-3 Minuten braten, wenn nötig beim Wenden neue Butter zufügen.

 

 

 

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